Start Ausstellungen Vorträge und Workshops Stream Party Raumplan Call for Participation Presse RSS-Feed Impressum Archiv
English Version

Vorträge und Workshops

Die Vorträge und Workshops finden im Bildungsraum statt. Wie ihr dahinkommt, findet ihr im Raumplan.

Samstag, 7. Oktober
UhrzeitVorträge im Bildungsraum
10:00 - 10:30Eröffnungsveranstaltung
TBA
10:30 - 11:30
11:30 - 13:00
13:00 - 14:00Mittagspause
14:00 - 15:30
15:30 - 17:00Der Computerpionier Konrad Zuse als Erfinder und Visionär
Nora Eibisch
17:00 - 18:30Computer History from Below: Reading Human Values in Artifacts
Ian S. King
18:30 - 21:00Jahreshauptversammlung des Vereins zum Erhalt klassischer Computer


Sonntag, 8. Oktober
UhrzeitVorträge im Bildungsraum
10:00 - 11:30Hardware Preservation: Die Erhaltung historischer Hardware als Strategie der digitalen Langzeitarchivierung
Carmen Krause
11:30 - 13:00Die Motivation, ein Terminal auszustellen – Das robotron K8911
Dirk Kahnert
13:00 - 14:00Mittagspause
14:00 - 15:30ABBUC: Über 30 Jahre Atari Bit Byter User Club
Thomas Schulz
15:30 - 16:30TBA
Rolf-Dieter Klein
16:30 - 17:00Musizieren mit Hardware – vom singenden Drucker zum Game-Boy-Orchester
Dr. Yvonne Stingel-Voigt
17:00 - 17:30Abschlussveranstaltung
TBA

PenPoint: Von einer revolutionären Idee bis zum Venture-Capital-Fail

1987 hatte Jerry Kaplan die Idee, einen Computer zu bauen, der sich in der Hand halten lässt und nur mit Stift bedienbar ist. In der Folge gründete er die GO Corporation, die sich mit der Herstellung eines solchen Computers beschäftigte. Die Geschichte dieser 75-Millionen-Dollar-Firma, die von AT&T gekauft wurde und 1994 geschlossen wurde, ihres Betriebssystems PenPoint, sowie ihrer Rivalität und Kooperation mit IBM, Microsoft und Apple ist das Thema dieses Vortrags. Fritz "cyberfritz" Hohl


Cray-1, Ikone des Supercomputing – Wie die Maschine zur Welt kam, und was danach passierte

Nach Jahren der Entwicklungszeit erkannte Seymour Cray, dass Designziele und verwendete Technologien der CDC8600 in die Sackgasse führen würden. Für einen Neustart der Entwicklung wollte und konnte das Management der Control Data Corporation keine weiteren finanziellen Mittel locker machen. Also nahm Cray den Hut, gründete kurzerhand Cray Research Inc., und begann dort mit der Entwicklung des Computers, der es ein paar Jahre später als Cray-1 zu Ruhm und Ehre brachte ("der mit der Sitzbank"). Der Vortrag ist der dritte Teil der Vortragsreihe zu Leben und Werk von Seymour Cray und konzentriert sich auf die Gründung von Cray Research, sowie die Entwicklung des Supercomputers Cray-1 in der Zeit von ca. 1972 bis 1976. Wolfgang Stief


Der Computerpionier Konrad Zuse als Erfinder und Visionär

Konrad Zuse (1910–1995) ist heute bekannt als Pionier des modernen Computers. Nach Ausscheiden aus seinem 1960 gegründeten Unternehmen Zuse KG widmete er sich visionären Ideen. Sie sind Thema des Vortrags: selbstreproduzierende Systeme, technische Keimzellen und ein digitales Universum. Im Vortrag wird Zuses "Montagestraße SRS 72" vorgestellt, eine Maschine, die sich selbst nachbauen können sollte. Sie steht in engem Zusammenhang mit Zuses Konzept von technischen Keimzellen, die eines Tages unser Universum bevölkern sollten, das in Zuses Vorstellung grundsätzlich digital ist. Nora Eibisch


Computer History from Below: Reading Human Values in Artifacts

The Living Computer Museum in Seattle, Washington, began with the passion of the owner, Microsoft co-founder Paul Allen, for two particular artifacts – the DEC PDP-10 mainframe and the MITS Altair 8800 microcomputer. The de facto curators, I and Mr. Richard Alderson III, empirically chose additional artifacts to craft stories that would be meaningful to a visitor base we were defining concurrently. We asked each other why these stories would be compelling and to whom. This inspired my research into a theoretical grounding for such questions. The work I will discuss relies on treatises on material culture regarding "reading" artifacts as historical documents; how information science conceptualizes the document; and as an operationalizing element, the theory and method of value sensitive design (VSD). I will discuss the application of VSD's tripartite method and its rich "toolbox" as an historical lens for a case study of the Dartmouth Time Sharing System (DTSS), one of the earliest computer information systems supporting conversational interaction. Research to date supports my thesis that discovery of stakeholder roles and their values in a VSD investigation enriches sociotechnical narratives of historical technological innovation. Ian S. King


Hardware Preservation: Die Erhaltung historischer Hardware als Strategie der digitalen Langzeitarchivierung

Durch das Erzeugen und Speichern von Daten in ausschließlich digitaler Form sehen sich Kultureinrichtungen bei der Bestandserhaltung vor gänzlich neue Herausforderungen gestellt. Digital kodierte Daten sind an veraltende Datenformate und Datenträger gebunden. Darüber hinaus bedarf es zur Darstellung digitaler Daten bestimmter Soft- und Hardware. Auch diese sind der Alterung unterworfen. Bei der digitalen Langzeitarchivierung stehen vor allem die langfristige Sicherung der Daten und ihrer Datenformate im Vordergrund. Diese wird durch Konversion, Migration oder Emulation realisiert. Solange derartige Verfahren nicht zur Verfügung stehen, stellt die Konservierung originaler Datenträger, Soft- und Hardware eine Alternative dar. Der Vortrag beschäftigt sich insbesondere mit den Problemen, die sich bei der Hardware Preservation ergeben und versucht, mögliche Lösungsansätze aufzuzeigen. Carmen Krause


Die Motivation, ein Terminal auszustellen – Das robotron K8911

Der Vortrag vermittelt die Eckdaten und Funktionalität des Bildschirmterminals robotron K8911. Es wird auf die Architektur des Geräts, die Varianten sowie die Generationen während der Weiterentwicklung des Gerätetyps eingegangen. Die Demonstration des Geräts erfolgt trotz Nichtverfügbarkeit einer originalen Zentraleinheit so authentisch, wie es mit den zur Verfügung stehenden Mitteln möglich ist. Der Vortrag ist gegliedert in Motivation, Abgrenzung, Systemaufbau, Varianten, Inbetriebnahme, Kopplung und Demo. Dirk Kahnert


ABBUC: Über 30 Jahre Atari Bit Byter User Club

Der ABBUC (ATARI Bit Byter User Club e.V.) bringt Dich mit Deinem Atari-Computer weiter als Du es Dir bisher erträumt hast. Und das durchgehend seit 1985! Mit seinen über 400 Mitgliedern ist der ABBUC heute der weltweit größte, älteste und bekannteste Atari-8-Bit-Computerclub auf allen Kontinenten. Der ABBUC liefert den Mitgliedern seit nun mehr als 30 Jahren das am längsten erscheinende ATARI-XL/XE-Computer-Disketten-Magazin mit Heftbeilage, sowie weiteren exklusiven Inhalten. Zu den Mitgliedern zählen heute Fans und Anwender aus aller Welt. Die Faszination der kleinen ATARIs blieb bis heute bestehen und wurde zum Hobby der User. Unter dem Management des Clubvorstands, geleitet von Wolfgang Burger, entwickelte sich das, was den ABBUC heute ausmacht: ein Userclub zum Mitmachen. Mehrere Regionalgruppen präsentieren inzwischen den ABBUC in ganz Deutschland. Zahlreiche Kontakte sichern die Versorgung aller User mit Informationen, sowie Hard- und Software. Die Kontakte reichen bis in weite Teile der Welt wie EU, USA, England, Japan und Israel. Zum Portfolio des ABBUC zählen regelmäßig erscheinende Magazine und Sondermagazine, sowie Jahresausgaben. Downloads freier Software, Magazine, Bau- und Schaltpläne gehören ebenso dazu, wie Hardware-Neuauflagen und Neuentwicklungen. Nicht zu vergessen ist der jählich durchgeführte Hard- und Software-Wettbewerb, der schon viele Perlen hervorgebracht hat. Der Vortrag stellt einige davon vor und erläutert die Möglichkeiten zum Mitmachen. Thomas Schulz


Musizieren mit Hardware – vom singenden Drucker zum Game-Boy-Orchester

Eine Art Parallelentwicklung zu technischen Innovationen gab es stets im kreativen Bereich. So wurde – und wird noch – mit Computern und ihrem Zubehör musiziert. Der erste Computer, der "zum Singen gebracht" wurde, war 1958 der Z22 von Zuse. Die Entwicklung der Computertechnik schreitet stets und rasant voran. Alles wird kleiner, besser und schneller. Dem gegenüber steht heute eine Popkultur, die sich dem "Retro" verschrieben hat. Hierbei geht es nicht um praktische Gesichtspunkte der Technologie, sondern darum, Altes und Liebgewonnenes wieder zu beleben und in Erinnerung zu behalten. Und es geht des Weiteren um recht praktische Gesichtspunkte, denn die alte Technik war erheblich geräuschlastiger, als sie es heute ist. Dies machen sich zahlreiche Künstler zunutze, die mit obsoleter Technik, mit Nadeldruckern, Flachbettscannern, Floppy-Laufwerken uvm. musizieren. Auch der Game Boy wird als Klangerzeuger benutzt. Der Bastler wird dabei zum Arrangeur oder Komponisten, die Maschine zum Instrument. Dr. Yvonne Stingel-Voigt


DEC PDP-11 verstehen und reparieren

Die PDP-11-Minicomputer von DEC sind für Retro-Bastler faszinierende Maschinen. Sie haben einerseits die Komplexität moderner PCs, wie bekannt wurde UNIX auf der PDP-11 entwickelt. Andererseits sind sie einfach und logisch konstruiert sowie gut dokumentiert, daher kann man sie vollständig verstehen. Frühe PDP-11 der UNIBUS-Generation vor 1980 sind aus diskreten TTL-Chips aufgebaut. Schaltungstechniken, die heute in hochtintegrierten Chips versteckt sind, lassen sich an der PDP-11 studieren. Nach 40 Jahren leiden die PDP-11-Systeme allerdings an Ausfällen. Hier wird gezeigt, wie man eine PDP-11 repariert … das macht manchmal mehr Spaß als der fehlerfreie Betrieb! Mögliche Themen dieses Workshops sind umfangreich, wir vertiefen nach Bedarf. Innerer Aufbau der PDP-11: Busse, Backplanes, CPU, Peripherie, Schaltungstechnik. Schaltpläne lesen, Microprogrammierung verstehen. Wir konzentrieren uns auf die Elektronik der CPU und der Controllerkarten. Nicht behandelt werden Probleme in Disk- oder Tape-Laufwerken. Tools und Arbeitsweisen: Benutzung von Console Panel und Monitor, "PDP11GUI", Diagnostic download, Logicanalyzer, UNIBUS/QBUS Signale messen und disassemblieren, Singlestep der Mikroprogramme, Betrieb von XXDP und RT-11 ohne Laufwerke mit "tu58fs". Als Testobjekt dient die PDP-11/34A des Berliner Hackerspaces AfRA, die wir zum Laufen bringen wollen. Als einfache Testaufgabe suchen wir Fehler in einer seriellen Schnittstelle DL11-W. Eine harte Nuss wird dann ein Fehler in der CPU der 11/34 sein. Zur Diagnose können eigene PDP-11-Systeme oder Einsteckkarten mitgebracht werden. Neben der UNIBUS-11/34 steht auch ein QBUS-System zur Verfügung. So könnt ihr durch Kartentausch Fehler eingrenzen. Bitte anfragen/mitteilen, welche Maschine oder welches Problem ihr habt, dann kann ich gezielt Austauschteile mitbringen. Jörg Hoppe, retrocmp.com


Ein Commodore Amiga auf Raspberry-Pi-Basis

Der Commodore Amiga ist trotz seines Alters immer noch ein beliebter Computer. Das macht ihn aber auch relativ teuer. Für einen Amiga 1200 in der Standardausstattung muss man immer noch mit über 250 Euro rechnen. "Das bekommt man doch mit einem Raspberry Pi 3 deutlich günstiger hin", dachte sich Gunnar Kristjansson und startete das Projekt "Amibian", eine Linux-Distribution für den Raspberry Pi, die direkt in einen Amiga-Emulator durchstartet. Leider ist das Aufsetzen von Amibian nicht so leicht wie z.B. Raspbian, weil noch das Betriebssystem des Amigas nachträglich auf dem Emulator kopiert und installiert werden muss. Das muss so sein, weil AmigaOS immer noch verkauft wird, z.B. als Bestandteil der Emulationslösung "Amiga Forever". Für jemanden, der bisher nicht mit Amiga-Emulatoren oder Raspberry Pis gearbeitet hat, ist das eine ziemlich hohe Hürde. Diese Hürde wollen wir in diesem Workshop gemeinsam meistern. Für die Teilnahme sind mitzubringen: ein kompletter Raspberry Pi (vorzugsweise 3) mit Tastatur, Maus und Monitor, eine leere microSD-Karte und eine Möglichkeit, diese leere microSD-Karte mit einem Image zu bespielen, z.B. ein Notebook (Linux, Windows, macOS) oder eine mit Raspbian installierte microSD-Karte und einen Adapter, mit dem sich die Karte beschreiben lässt, eventuell ein USB-Stick zum Datenaustausch. Gestellt werden ein Amibian-Image, Software zum Image-Aufspielen für Windows-PCs und eine Lizenz des AmigaOS-Betriebssystems inklusive benötigter Kickstart-ROMs. Sven Oliver Moll