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Sonderausstellung Computersprachen

Computer basieren auf jeder ihrer Ebenen auf Sprache. Sei es die Sprache der Logik, in der die Hardwarearchitektur organisiert ist, das Mikroprogramm, das die "Silben" des Mikroprozessor-Wörterbuchs bildet oder die Programmiersprachen – von den hardwarenahen bis hin zu den objektorientierten. Diese Sprachnähe macht es schon beinahe selbstverständlich, dass Computer auch immer schon mit Sprache zu tun bekommen haben. Von den frühesten Compilern, die Hochsprachen in Maschinensprache übersetzen, zur Hard- und Software akustischer Sprachsynthese bis hin zur Schrifterkennung und künstlichen Intelligenz von Chatbots. Diese vielfältigen Beziehungen zwischen Computern und Sprache sollen beim diesjährigen Vintage Computing Festival Berlin das Thema der Sonderausstellung sein. Seltene Programmiersprachen und ihre Compiler, Computer mit Sprachausgabe, Programme zur Unterhaltung mit dem Computer, OCR-Hard- und -Software, Textadventures und Sprachlern-Systeme sind nur wenige Beispiele hierfür und in der Sonderausstellung herzlich willkommen! Dass sich in unterschiedlichen Workshops auf dem VCFB "Sprachen" des Computers als Programmiersprachen und in elektronischen Schaltungen erfahren und lernen lassen, ergänzt das Thema der Sonderausstellung.

Spracherkennung mit dem Z9001

Z9001, KC 85/1 und KC 87 sind in der DDR vom VEB Robotron-Messelektronik in Dresden hergestellte, untereinander kompatible Heimcomputer. Es sind typische Heimcomputer, wie sie in den 80er-Jahren üblich waren. Sie besitzen einen Z80-kompatiblen 8-Bit-Prozessor U880, 16 Kilobyte Arbeitsspeicher (RAM) und haben TV- und Kassettenanschluss. Der hier gezeigte KC 87.21 ist mit einem seltenen Spracheingabemodul 1.40.690032.4 ausgestattet. Mit dem Spracheingabe-Modul werden die über eine Sprechgarnitur eingegebenen akustischen Signale digitalisiert und im Computer weiterverarbeitet/ausgewertet. Anhand von Sprachmustern können Worte erkannt und damit Aktionen ausgelöst werden. Ca. 50 Worte werden unterschieden. Das Hauptproblem beim Erfassen von Sprachsignalen ist die für 8-Bit-Rechner enorme Datenmenge. Ein Samplen mit 8 Bit und 11 Khz Abtastrate erzeugt pro Sekunde 11 KByte Daten, damit wäre der maximal verfügbare Hauptspeicher des Z9001 mit einer Aufnahme und drei Referenzen fast vollständig belegt. Die Daten müssen also effektiv komprimiert und auf vergleichbare Merkmale reduziert werden. Das gelingt trotz der sehr geringen Hardware durch ausgeklügelte Algorithmen in Zusammenarbeit mit einer speziellen Hardware in Echtzeit! Volker Pohlers, Stand 6

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Sprechende Artefakte des Medienarchäologischen Fundus

Der Medienarchäologische Fundus des Fachgebiets Medienwissenschaft ist eine Forschungs- und Lehrsammlung medientechnischer Artefakte, an denen der technische Aufbau und die Epistemologie von Medien hands-on erfahren werden kann. In unserer Ausstellung präsentieren wir solche Artefakte, die mit Sprachverarbeitung oder Sprachgenerierung zu tun haben: Vom sprechenden Spielzeug über die Telekommunikationsanlage bis hin zum Datenträger. Zusätzlich bieten wir zwei Führungen in den Fundus an, deren Daten am Stand bekannt gegeben werden. Lehrstuhl für Medientheorien, Stand 7

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NeXTSTEP

Hier wird kein Computer mit einer Programmiersprache programmiert. Es wird hingegegen gezeigt, wie NeXT mit seinem von Grund auf objektorientierten Betriebssystem NeXTSTEP die Programmierung vom System extrem beschleunigte. Gezeigt werden eine SPARCstation 20 mit NeXTSTEP 3.3/4.0, eine NeXTstation Turbo mit NeXTSTEP 3.2 und ein NeXTcube. Albert Dommer, Jörg Gudehus, Stephan Hübener und Benjamin Heidersberger, Stand 8

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MacInTalk und PlainTalk, Siris Vorfahren

Apple begann schon 1990, sich mit Spracherkennung und Sprachausgabe zu beschäftigen. 1993 wurde dann PlainTalk veröffentlicht, welches eine Sprachausgabe namens MacInTalk und eine sprecherunabhängige Spracherkennung beinhaltete. Diese Technologie wurde seitdem mit dem System ausgeliefert und hat sich zur heutigen Siri-Assistentin weiterentwickelt. Ausgestellt werden ein PowerMac 840AV mit System 7.5 und ein Twentieth Anniversary Mac mit System 8. Albert Dommer, Jörg Gudehus und Stephan Hübener, Stand 9

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